Allgemein
„Die Zahlen machen es deutlich“, so Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten. „Im Jahr 2013 gab der Bezirk Mittelfranken rund 549 Millionen Euro für die überörtliche Sozialhilfe aus, was rund 19 Millionen mehr sind als im Jahr 2012.“
„Der größte Anteil davon sind die Ausgaben für die stationäre und ambulante Eingliederungshilfe für 13.400 Menschen mit Behinderungen mit über 400 Mio Euro“ so Naaß weiter, „die in Werkstätten, Wohnheimen und Tagesstätten verschiedener Träger wohnen und arbeiten.“
Im Rahmen der Eingliederungshilfe bekommen ca. 14.000 Menschen mit Behinderungen Unterstützung, damit sie ein möglichst selbständiges und eigenverantwortliches Leben führen können.
Über 107 Mio Euro werden für die Hilfe zur Pflege ausgegeben, also für pflegebedürftige Menschen, die nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen die Heimkosten zahlen können.
Als überörtlicher Sozialhilfeträger ist der Bezirk aber auch für die Kranken- und Blindenhilfe zuständig und fördert Sozialpsychiatrische Dienste, Suchtberatungsstellen und die ambulanten Dienste in Mittelfranken.“
„Das große Angebot an Werkstätten, Wohnheimen, Tagesstätten für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie an Betreutem Wohnen und der Behindertenfahrdienst im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen führen dazu, dass wir in unserem Landkreis 2410 Leistungsberechtigte im Bereich der Eingliederungshilfe haben, mehr als jeweils in allen anderen Landkreisen Mittelfrankens“, führt die Vizepräsidentin aus.
313 Menschen bekommen Unterstützung in Form von Hilfe zur Pflege innerhalb von Einrichtungen und 45 Leistungsberechtigte im Bereich Krankenhilfe, Blindenhilfe und Hilfe zur Überwindung von besonderen sozialen Schwierigkeiten.
„Diese Zahlen machen aber auch betroffen“, so Christa Naaß, „denn sie zeigen auf, dass viele Menschen im Alter bei Pflege auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, weil ihre Rente dafür nicht ausreicht.“
Der Bruttoaufwand für alle Leistungsempfänger im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen betrug im Jahr 2013 deshalb 46.156.294,44 Euro.
Marschall Mieczyslaw Struk hatte beim jüngsten Besuch einer Delegation des mittelfränkischen Bezirkstages dem Präsidenten eine Ehrenurkunde für Fritz Körber, ehemaliger Vizepräsident des mittelfränkischen Bezirkstages und Beauftrager für die Partnerschaftsregion Pommern überreicht mit der Bitte, diese an Fritz Körber auszuhändigen.
Damit bedankte sich Marschall Struk für den Transport von Pflegebetten in ein polnisches Altenheim, der von Fritz Körber organisiert und begleitet wurde. Mittlerweile hatte Herr Körber erneut einen Bettentransport organisiert - diesmal in eine psychiatrische Klinik nach Stolp.
Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und seine Stellvertreterin Christa Naaß, die derzeitige Partnerschaftsbeauftragte für die Region Pommern und zuständig für die triregionale Partnerschaft Limousin - Mittelfranken - Pommern, überbrachten nun die Auszeichnung an Fritz Körber und bedankten sich bei ihm für sein nach wie vor vielfältiges Engagement im "Unruhestand".
Anlässlich des diesjährigen Sommerfestes gratulierte Christa Naaß auch zum 25jährigen Bestehen der AWO-Wohnstätte in Möhren und freute sich, als Vertreterin des Bezirkstagspräsidenten die besten Grüße des mittelfränkischen Bezirkstages und vom Präsidenten selbst überbringen zu dürfen.
„Ein Viertel Jahrhundert sind sie nun alt – jung an Jahren, aber reich an Erfahrung“, stellte Christa Naaß fest.
Und sie sagte danke, dass die Arbeiterwohlfahrt ein vielfältiges Angebot für Menschen mit seelischen Erkrankungen zur Verfügung stellt und in einem Jahr, in dem die Arbeiterwohlfahrt ihren 95. Geburtstag begehen wird – gegründet im November 1919 von Marie Juchacz - das 25jährige Bestehen der Einrichtung feiern kann.
„Helfen und Gestalten! Das war schon immer das zentrale Anliegen der Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung“, stellte die Vizepräsidentin fest. „Dieses Motto steht auch bei der AWO Roth-Schwabach und damit auch in Möhren an oberster Stelle: Partner zu sein für diejenigen, die Unterstützung auf unterschiedlichste Art brauchen, ihnen dabei helfen wieder am Leben teilhaben und zu einem selbst bestimmten, eigenständigen Leben finden zu können.
Die AWO bietet eine umfangreiche Palette von Hilfestellungen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. Behinderung im offenen Bereich, im beschützten Bereich sowie in der Arbeitstherapie an.
Wenn es gemeinsam gelingt, die Krankheit und den Alltag zu meistern, psychische Stabilität wieder herzustellen oder zu verbessern, Eigenständigkeit und damit auch Selbstbewusstsein zu entwickeln, dann ist das für alle Beteiligten ein riesiger Erfolg.
Und Arbeit - die Teilhabe durch Arbeit ist hier ein ganz wichtiger Faktor.
Der Bezirk Mittelfranken ist dabei ein wichtiger Partner und wird es auch bleiben.
Für das Wohnheim im offenen Bereich ist der Bezirk Mittelfranken Kostenträger für 24 Plätze mit einem jährlichen Kostenaufwand von 860.000 Euro, für den beschützten Bereich derzeit für 15 Plätze mit einem jährlichen Finanzaufwand von 630.000 Euro, also insgesamt von 1.490.000,00 Euro.
Und bei der Externen Arbeitstherapie übernimmt der Bezirk den Gesamtaufwand für 34 Plätze von 200.000 Euro. Gerade die Arbeitstherapie hilft den psychisch kranken Menschen, Stabilität und Bestätigung zu finden.
Das sind Beispiele die aufzeigen, in welch vielfältiger Weise der Bezirk dazu beiträgt, dass diese Angebote vorgehalten werden können – auch wenn das oft gar nicht nach außen dringt“.
„Wir müssen uns aber auch bewusst machen“, so Christa Naaß weiter, „dass die Anzahl der seelisch belasteten und psychisch kranken Menschen immer mehr zu nimmt, auch hier bei uns in Mittelfranken und auch immer mehr jüngere Menschen Hilfe brauchen.
Viele Menschen sind eben nicht so stark und belastbar wie andere, halten den Stress, den Druck am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Schule, die Arbeitslosigkeit u. v. m. nicht mehr aus und werden krank – sehen keine Brücke mehr aus ihrem persönlichen Zustand heraus.
Gerade diese Menschen brauchen mehr Hinwendung statt Abkehr, Fürsorge und Unterstützung statt Gleichmut und Achselzucken, wohl wissend, dass es oft für das Umfeld und auch die Betroffenen schwer ist, gerade diese Form von Erkrankungen zu erkennen und darauf richtig zu reagieren.
Die AWO Roth-Schwabach, als zweitgrößter Kreisverband der AWO landesweit mit über 40 Einrichtungen und Dienstleistungen reagiert darauf mit immer neuen Angeboten für ein möglichst selbständiges und eigenverantwortliches Leben.
Aber in Möhren geht es nicht nur um Wohnen und Arbeiten. Es gibt auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, ob es Fußball, Kegeln, Kochen, Billard ist oder ein „Wohlfühlgarten“ als Ort für Ruhe und Besinnung.
„Den sozialen Rechtsstaat zu verwirklichen“, zitiert die Vizepräsidentin Willy Brandt anlässlich des 50. Geburtstages der Arbeiterwohlfahrt, „das heißt, sich gegenseitig zu helfen, die Sorgen und Nöte des anderen mitzutragen, füreinander dazu sein. Menschlichkeit und Solidarität werden auf diesem Wege Wirklichkeit“.
Abschließend dankte Christa Naaß in diesem Sinne dem neuen Leiter der Einrichtung, Herrn Hofbeck und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz, ihre Tatkraft und ihre Freude an der Arbeit mit Menschen, die Ihre Unterstützung brauchen.
Hohen Besuch erwartete das Limeseum mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesbauministerium Florian Pronold. Als Vertreterin des Bezirkstagspräsidenten nahm auch Christa Naaß an dem Treffen mit ihrem Parteifreund in Ruffenhofen teil. Sie berichtete, dass der Bezirk Mittelfranken seit dem Jahr 2012 jährlich Fördermittel in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung stellt. "Am Limeseum sind weitere Investitionen, wie z.B. weitere Sanitäranlagen sowie ein Betriebshof erforderlich", erläuterte Bürgermeister Fickel. "Dazu bräuchte der Zweckverband Unterstützung".
Pronold kündigte von Seiten des Ministeriums die Auflage eines Weltkulturerbeprogrammes an. Die Konzeption und die Förderkriterien werden derzeit erarbeitet und umgehend dem Zweckverband zugeleitet.
Das 2012 eröffnete Museum zählte im vergangenen Jahr bereits 30.000 Besucherinnen und Besucher und ist eine Aufwertung der Hesselbergregion. Beim anschließenden Rundgang erläuterte Museumsleiter Dr. Pausch die Besonderheiten des Museumsbereiches. Bei der Kenntnismachung des Bodendenkmals hat man bewusst auf Ausgrabungen verzichtet.
Bei der Eröffnung der 21. Fränkischen Mundart-Theatertage stellte Christa Naaß als Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten fest, dass heute wieder etwas Besonderes im Fränkischen Freilandmuseum geboten ist.
„Es ist selbstverständlich“, so Naaß, „dass der Bezirk Mittelfranken seine Einrichtung wieder zur Verfügung stellt, da mit dieser zweitägigen Veranstaltung unser Freilandmuseum lebendig – so richtig „schee fränkisch“ wird und die Besucherinnen und Besucher eine der vielen Facetten fränkischer Kultur kennen lernen können.
Nicht nur kennen lernen, sondern sich an der fränkischen Sprache erfreuen, begeistern und vielleicht selbst einen engeren Bezug zu Mundart, zum eigenen Dialekt, zur eigenen Kultur finden.
Der Bezirk Mittelfranken stellt nicht nur die Einrichtung zur Verfügung, sondern er unterstützt auch finanziell seit 1994 die mittelfränkischen Mundart-Theatertage mit bisher über 16.000 Euro und wenn die Zuschüsse für alle Maßnahmen/Projekte der Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken in Betracht gezogen werden, dann waren es in diesen 21 Jahren 81.974,27 Euro.
Das ist ganz im Sinne der Aufgabenstellungen der Bezirke im Bereich Kultur.
Mundart ist nicht etwas Altmodisches, Vergangenes, sondern etwas ganz Aktuelles – ein lebendiges Stück Franken.
Mundart bedeutet, Heimat nicht nur zu erhalten und zu bewahren, sondern auch zu spüren, sich mit der Heimat verbunden zu fühlen und sich im Dialekt mit anderen verbunden zu fühlen.
Dialekte dürfen nicht verloren gehen!“
Christa Naaß verwies darauf, dass dies erst im vergangenen Jahr der Präsident des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Herr Wenzel – auch ein Mittelfranke – eingefordert hat.
Dialekte sind oftmals authentischer, ausdrucksstärker und auch facettenreicher als die Hochsprache.
Mit Hilfe des Dialekts können außerdem ganz anders Befindlichkeiten ausgedrückt werden, für die einem oft im Hochdeutschen die Worte fehlen.
Insofern sind Dialekte als Bereicherung im Wortschatz zu verstehen.
Und deshalb, so der BLLV-Präsident, sollen Kinder auch in der Schule Dialekt sprechen dürfen – Ideal sind dafür z.B. Theateraufführungen in Mundart.
„Viele Redewendungen und Lebensweisheiten funktionieren überhaupt nur, wenn sie im Dialekt ausgesprochen wurden“ meinte die Vizepräsidentin. „Wenn ich nur alleine an unser fränkisches „basst scho“ denke.“
Sie bedankte sich im Namen des Bezirks Mittelfranken bei Herrn Weber, bei der Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken e.V. und bei Herrn Helmut Raab für die musikalische Umrahmung. Durch diese Mundart-Theatertage wird mit dazu beigetragen, ein lebendiges Stück Franken zu erhalten.
Und sie verwies abschließend auf den deutschen Schriftsteller Christian Morgenstern, der festgestellt hat: „Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache erst an“.