Ein Schubkarren mit 43 Säcken symbolisierte das Haushaltsvolumen von 43 Millionen Euro, das die Stadt Waldkraiburg 2016 zur Verfügung hat. So beim Treffpunkt „Haushalt“ der SPD Waldkraiburg. Zuerst demonstrierte 2. Bgm. Richard Fischer wie der Karren gefüllt wird, also die Einnahmen der Stadt verständlich aufzeigend. Und gleich drauf wie schnell er wieder leer ist, die Ausgaben der Stadt deutlich erkennbar machte.
Anschließend verglich Fischer den Stadthaushalt mit einem privaten Haushalt und zeigte wo das Geld herkommt. Was der Lohn für die Familien ist die Steuer für die Stadt. Und was zu Hause für Essen, Trinken, Miete und Anschaffungen ausgegeben wird sind für die Stadt die Löhne, der Fuhrpark oder Unterhalt von Gebäuden. 43 Millionen reichen gerade um alle notwendigen Ausgaben zu decken. Susi Engelmann als Fraktionssprecherin der SPD setzte noch eins drauf, „Nicht einmal der Schubkarren gehört uns noch“.
Auf die Frage, woran die Waldkraiburger Misere liege, fand Fischer, wir nehmen genug ein, aber wir geben zu viel aus. Wir leisten uns 7 Millionen freiwillige Leistungen im Sport- und Kulturbereich, so verschlingt das Haus der
Kultur 1,2 Mio. und die neue Schulschwimmhalle 150.000 nur an Schuldentilgung. Dazu kommt noch der Unterhalt. Kurios sei, dass die Schüler vom
benachbarten Gymnasium und Realschule nach Waldwinkel zum Schwimmen gefahren werden, während die Diesel-Schüler in die Lisztschule kommen.
Wie lange wird das Damoklesschwert noch über Waldkraiburg schweben und welche Perspektiven gibt es seitens der Stadt, so eine Teilnehmerin. Diese
Frage konnte keiner beantworten, genau das sei die spannende Frage der nächsten Jahre, so Fischer.
Immer wieder kamen die Fragen zur Geothermie, wieso wird das Netz nicht weiter ausgebaut, damit endlich wieder Geld
zurückfließt. Auch hier die klare Antwort, kein Geld für zusätzliche Investitionen.
Ein Bürger berichtete von seinen Visionen und Ideen. Langsam kommen wir in den Speckgürtel
von München, hier könnte Waldkraiburg mit den vielen Büroräumen ein Zentrum für Dienstleistungen werden. Er monierte das unsere positiven Faktoren zu wenig nach vorne gerichtet gesehen werden und mehr gefördert
werden müsste. Aber auch ganz kleine Dinge wie: warum kaufen Waldkraiburger nicht in Waldkraiburg ein, auch hier müsste der Einzelhandel besser als Einkaufsstadt gefördert werden.
Dies bestätigten Susi und Willi Engelmann: „Hier hat die Stadtmarketing in den letzten Jahren viel versäumt“.
Richard Fischer schloss die Veranstaltung mit dem Versprechen nicht in der Vergangenheit nach Schuldigen zu suchen, sondern die positiven Anregungen mitzunehmen, um darüber in den jeweils zuständigen Gremien zu diskutieren und engagiert die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. „Auch wenn es jetzt weh tut - Zusammen schaffen wir das!“